Glutenallergie: Häufige Folgeerkrankungen

Die Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Menschen die von Zöliakie betroffen sind reagieren überempfindlich auf Gluten, dass in diversen Getreideprodukten und Sorten enthalten ist. Bleibt eine Glutenallergie oder eine Glutenunverträglichkeit über längere Zeit unbehandelt, so kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen.

Glutenallergie: Folge Osteoporose

Die Osteoporose (auch: Knochenschwund) zählt zu den häufigsten Folgeerkrankungen einer unbehandelten Allergie gegen Gluten und Glutenintoleranz. Die Krankheit, die gemeinhin als „Alterserscheinung“ bekannt ist, ist durch den schnellen Abbau der Knochensubstanz und -struktur gekennzeichnet. Folge des Knochenschwunds sind insbesondere ständige Knochenbrüche und weitere Frakturen.

Wissenschaftler haben erst kürzlich auf den Zusammenhang von Zöliakie und Knochenschwund hingewiesen: Nicht nur Menschen, die unter einer Glutenallergie bzw. einer Glutenintoleranz leiden, haben ein erhöhtes Risiko an Knochenschwund zu erkranken.

Auch bei einem Großteil von Osteoporosebetroffenen stellt sich im Laufe der Zeit eine Glutenallergie oder Unverträglichkeit gegen Gluten ein. Da die Glutenallergie oder Glutenunverträglichkeit oft nicht als „ernste“ Erkrankung empfunden wird, wissen viele Betroffene lange nicht, dass sie überhaupt krank sind. Dies kann sich gerade dann, wenn man unter Knochenschwund leidet, negativ auf Heilungsprozesse und den Krankheitsverlauf auswirken.

Mediziner raten bei vorliegender Osteoporose dazu, auch einen Bluttest auf Glutenallergie oder die Glutenunverträglichkeit Zöliakie/Sprue durchzuführen. Erhält man hier ein positives Ergebnis, kann auch die Behandlung von Knochenschwund positiv beeinflusst werden. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass eine Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung nicht nur die Symptome der Weizenallergie bzw. Glutenintoleranz lindern sondern bei Osteoporosebetroffenen einen deutlich bemerkbaren Anstieg der Knochendichte bewirkt.

Glutenallergie: Folge Diabetes Mellitus Typ 1

Etwa fünf Prozent aller Menschen mit Zöliakie leiden gleichzeitig unter Diabetes Mellitus Typ 1, einer Unverträglichkeit des in vielen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweißes Gluten. Umgekehrt entwickeln rund fünf Prozent der Zuckerkrankheit mellitus Typ 1 Patienten auch Zöliakie.

Britische Forscher entdeckten jetzt, dass beide Krankheiten gemeinsame genetische Wurzeln haben. Für ihre Studie hatten sie Gewebeproben von ca. 20.000 Patienten untersucht und dabei mehrere gemeinsame Gene entdeckt. Die Wissenschaftler folgern aus ihren Ergebnissen, dass das Getreideeiweiß Gluten, das die Zöliakie auslöst, bei entsprechend veranlagten Menschen möglicherweise auch die Entstehung eines Typ-1-Diabetes anstoßen könnte.

Glutenallergie: Folge Darmkrebs

Darmkrebs sowie Tumore im Darm zählen sicherlich zu den schwerwiegendsten Folgeerkrankungen einer Glutenunverträglichkeit und Glutenallergie. Bei Darmkrebs sind gleich mehrere Teile des Darmtrakts (meist Mastdarm und Dickdarm) von bösartigen Tumoren befallen. Die Anzahl der Darmkrebspatienten steigt jährlich deutlich an- für Menschen, die an einer Glutenallergie oder Zöliakie/Sprue leiden, besteht sogar ein 10-fach erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken, sofern die Glutenallergie nicht frühzeitig behandelt wird.

Derzeit wird jedes Jahr bei mehr als 60.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs gestellt. Als Ursache für den Krebs werden neben vorhergehenden, unbehandelten Krankheiten wie der Glutenallergie oder Zöliakie/Sprue vor allem eine falsche Ernährung (z.B. zu fettiges Essen) genannt. Während sich einige Nahrungsmittel, wie zum Beispiel ballaststoffhaltige Produkte schützend auf den Darm auswirken, hat insbesondere fettiges Essen einen negativen Effekt auf die Gesundheit des Darms. Auch wenn Vererbung eine minder wichtige Rolle für den Ausbruch von Darmkrebs spielt, wird in vielen Familien eine gehäufte Anzahl von Darmkrebs-Patienten festgestellt. Auch aus diesem Grund ist es besonders dann ratsam, einen Bluttest zum Nachweis der Glutenallergie oder Glutenunverträglichkeit zu machen, wenn bereits mehrere Verwandte an Darmkrebs und/oder anderen Darmerkrankungen leiden.

Die Diagnose Darmkrebs kann häufig erst nach geraumer Zeit gestellt werden, da der Krankheitsverlauf zumeist für einige Zeit nahezu symptomfrei verläuft. Danach stellen sich häufig Symptome wie Darmkrämpfe, Verstopfungen, Blutstuhlgänge oder Durchfälle ein, die auch typisch für eine Weizenallergie oder die Unverträglichkeit gegen Gluten sind.

Wichtig bei Darmkrebs ist vor allem ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung, um dem Patienten so möglichst hohe Heilungschancen zu gewähren. Befindet sich der Krebs bereits in einem späten Stadium, ist eine operative Behandlung unumgänglich. Bei dieser Operation werden die Tumore entfernt wobei oftmals auch ein Stück des Darms entnommen werden muss. Bei einigen Patienten ist es daher nötig, einen künstlichen Darmausgang zu setzten. Dieser kann von vorübergehender Dauer sein oder auch endgültig durch die Bauchdecke gelegt werden.

Um schweren Darmerkrankungen vorzubeugen, übernehmen die Krankenkassen ab dem 56. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung (z.B. eine Darmspiegelung).

Mit unserem Glutenunverträglichkeitstest Glutencheck können Sie testen ob Sie von Zöliakie bzw. einer Glutenallergie betroffen sind. Die Krankheit Zöliakie kann mit diversen Methoden behandelt werden. Das Wichtigste ist für Zöliakiepatienten, dass Sie eine glutenfreie Ernährung befolgen und die speziellen Getreidearten meiden. Eine glutenfreie Diät ist ebenfalls eine gute Behandlung gegen die Krankheit. Glutenfreie Produkte sind heutzutage viel einfacher zugänglich als früher. Fast jeder Supermarkt hat ein großes Sortiment an glutenfreier Nahrung und leistet somit einen Beitrag zur Behandlung der Glutenallergie bzw. Zöliakie.