Häufige Folgeerkrankungen bei Glutenallergie
Bleibt eine Glutenallergie oder eine Glutenunverträglichkeit über längere Zeit unbehandelt, so kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen.
Osteoporose
Die Osteoporose (auch: Knochenschwund) zählt zu den häufigsten Folgeerkrankungen einer unbehandelten Glutenallergie und Glutenintoleranz. Die Krankheit, die gemeinhin als „Alterserscheinung“ bekannt ist, ist durch den schnellen Abbau der Knochensubstanz und -struktur gekennzeichnet. Folge der Osteoporose sind insbesondere ständige Knochenbrüche und weitere Frakturen.
Wissenschaftler haben erst kürzlich auf den Zusammenhang von Zöliakie und Osteoporose hingewiesen: nicht nur Menschen, die unter einer Glutenallergie bzw. einer Glutenintoleranz leiden, haben ein erhöhtes Risiko an Osteoporose zu erkranken. Auch bei einem Großteil von Osteoporose-Patienten stellt sich im Laufe der Zeit eine Glutenallergie oder Unverträglichkeit gegen Gluten ein. Da die Glutenallergie oder Glutenunverträglichkeit oft nicht als „ernste“ Erkrankung empfunden wird, wissen viele Betroffene lange nicht, dass sie überhaupt krank sind. Dies kann sich gerade dann, wenn man unter Osteoporose leidet, negativ auf Heilungsprozesse und den Krankheitsverlauf auswirken.
Mediziner raten bei vorliegender Osteoporose dazu, auch einen Bluttest auf Glutenallergie oder die Glutenunverträglichkeit Zöliakie/Sprue durchzuführen. Erhält man hier ein positives Ergebnis, kann auch die Behandlung einer Osteoporose positiv beeinflusst werden. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass eine Umstellung auf glutenfreie Ernährung nicht nur die Symptome der Glutenallergie bzw. Glutenintoleranz bei Osteoporose-Patienten einen deutlich bemerkbaren Anstieg der Knochendichte bewirkt.
Darmkrebs
Darmkrebs sowie Tumore im Darm zählen sicherlich zu den schwerwiegendsten Folgererkrankungen einer Glutenunverträglichkeit und Glutenallergie. Bei Darmkrebs sind gleich mehrere Teile des Darmtrakts (meist Mastdarm und Dickdarm) von bösartigen Tumoren befallen. Die Anzahl der Betroffenen steigt jährlich deutlich an- für Menschen, die an einer Glutenallergie oder Zöliakie/Sprue leiden, besteht sogar ein 10-fach erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken, sofern die Glutenallergie nicht behandelt frühzeitig behandelt wird.
Derzeit wird jedes Jahr bei mehr als 60.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs gestellt. Als Ursache für den Krebs werden neben vorhergehenden, unbehandelten Krankheiten wie der Glutenallergie oder Zöliakie/Sprue vor allem eine falsche Ernährung (z.B. zu fettiges Essen) genannt. Während sich einige Nahrungsmittel, wie zum Beispiel ballaststoffhaltige Produkte, schützend auf den Darm auswirken, hat insbesondere fettiges Essen einen negativen Effekt auf die Gesundheit des Darms. Auch wenn Vererbung eine minder wichtige Rolle für den Ausbruch von Darmkrebs spielt, wird in vielen Familien eine gehäufte Anzahl von Darmkrebs-Patientin festgestellt. Auch aus diesem Grund ist es besonders dann ratsam, einen Bluttest zum Nachweis der Glutenallergie oder Glutenunverträglichkeit zu machen, wenn bereits mehrere Verwandte an Darmkrebs und/oder anderen Darmerkrankungen leiden.
Die Diagnose Darmkrebs kann häufig erst nach geraumer Zeit gestellt werden, da der Krankheitsverlauf zumeist für einige Zeit nahezu symptomfrei verläuft. Danach stellen sich häufig Symptome wie Darmkrämpfe, Verstopfungen, Blutstuhlgänge oder Durchfälle ein, die auch typisch für eine Glutenallergie oder die Unverträglichkeit gegen Gluten sind.
Wichtig bei Darmkrebs ist vor allem ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung, um dem Patienten so möglichst hohe Heilungschancen zu gewähren. Befindet sich der Krebs bereits in einem späten Stadium, ist eine operative Behandlung unumgänglich. Bei dieser Operation werden die Tumore entfernt wobei oftmals auch ein Stück des Darms entnommen werden muss. Bei einigen Patienten ist es daher nötig, einen künstlichen Darmausgang zu setzten. Dieser kann von vorübergehender Dauer sein oder auch endgültig durch die Bauchdecke gelegt werden.
Um schweren Darmerkrankungen vorzubeugen, übernehmen die Krankenkassen ab dem 56. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung (z.B. eine Darmspiegelung).


